Zur Hauptnavigation springen Zum Inhalt springen
Zum Glossar

Nachhaltigkeit in der Logistik

Der Begriff stammt historisch aus der Forstwirtschaft: Hans Carl von Carlowitz formulierte 1713 die Regel, dass immer nur so viel Holz geschlagen werden darf, wie durch planmĂ€ĂŸige Aufforstung nachwachsen kann. Heute hat sich das Prinzip zu einem branchenĂŒbergreifenden Handlungsrahmen entwickelt. FĂŒr den Transport- und Logistiksektor bedeutet dies: Warenströme zuverlĂ€ssig zu bewegen und gleichzeitig den Verbrauch endlicher Ressourcen, Schadstoffemissionen sowie gesellschaftliche Belastungen durch konkrete operative Maßnahmen schrittweise und kontinuierlich zu reduzieren.



Nachhaltigkeit als unternehmerische Notwendigkeit

Unternehmen agieren nicht im luftleeren Raum. Wer unmittelbar oder mittelbar auf natĂŒrliche Ressourcen, öffentliche Infrastrukturen und qualifizierte ArbeitskrĂ€fte zurĂŒckgreift, kann seinen Unternehmenswert und gesellschaftlichen Wertbeitrag auf Dauer nur im Einklang mit Mensch und Umwelt sichern. Ein zukunftsorientierter GeschĂ€ftsbetrieb erfordert daher einen strategischen Umgang mit dem Begriff der Nachhaltigkeit, der sich an der doppelten Wesentlichkeit (Double Materiality) orientiert.

Inside-Out-Perspektive: Unternehmen erfassen und steuern die Auswirkungen der eigenen GeschĂ€ftstĂ€tigkeit auf die Umwelt und das gesellschaftliche Umfeld – beispielsweise durch betriebliche Treibhausgasemissionen, FlĂ€cheninanspruchnahme oder Arbeitsbedingungen entlang der Lieferkette.

Outside-In-Perspektive: Unternehmen analysieren die RĂŒckwirkungen ökologischer und sozialer Entwicklungen auf das eigene GeschĂ€ftsmodell und das wirtschaftliche Ergebnis. Dazu gehören physische Klimarisiken, Rohstoffknappheiten, verĂ€nderte Kundenerwartungen sowie strenge regulatorische Anforderungen (etwa CSRD oder das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz).

GLS GeschÀftskunde werden!

Systemrelevanz und ganzheitliche Verantwortung in der Logistik

Transport- und Logistiknetzwerke bilden das RĂŒckgrat moderner Volkswirtschaften. Sie versorgen Unternehmen mit Vorprodukten, sichern die VerfĂŒgbarkeit von GĂŒtern des tĂ€glichen Bedarfs, medizinischen Produkten sowie Lebensmitteln und gewĂ€hrleisten das Funktionieren von Industrie und E-Commerce. Aufgrund dieser Versorgungsfunktion besitzt die Logistikbranche eine zentrale Systemrelevanz. Mit dieser gesellschaftlichen Rolle geht eine umfassende Verantwortung einher: Eine zukunftsfĂ€hige Logistik erschöpft sich nicht in Umwelt- und Klimaschutzthemen, sondern schließt die soziale und unternehmerische Dimension verbindlich ein.

Menschenrechte und Arbeitsstandards: Faire Entlohnung, geregelte Arbeitszeiten und die Achtung der Menschenrechte entlang aller Sub- und Partnerstrukturen.
Arbeits- und Gesundheitsschutz: Ergonomische ArbeitsplÀtze in Hubs und Depots, standardisierte Sicherheitsroutinen sowie prÀventiver Schutz des Fahr- und Umschlagpersonals.
Compliance und verantwortungsvolle Beschaffung: Transparente GeschĂ€ftsprozesse, KorruptionsprĂ€vention und die lĂŒckenlose Durchsetzung ethischer Richtlinien bei Lieferanten und Partnerunternehmen.

Um Logistikprozesse schrittweise umweltvertrĂ€glicher und sozial verantwortlicher zu gestalten, sind keine rechnerischen Ausgleiche gefragt, sondern reale, physische Reduktionsmaßnahmen in den operativen AblĂ€ufen.

Handlungsfelder: Maßnahmen fĂŒr eine ressourcenschonende Logistik

  • Soziale Verantwortung und sichere Arbeitsbedingungen: Die Grundlage stabiler Lieferketten sind die Menschen im Netzwerk. Logistikunternehmen etablieren klare Kontrollsysteme zur ÜberprĂŒfung sozialer, ökologischer und ethischer Mindeststandards bei allen Transportpartnern. Dazu zĂ€hlen gezielte Maßnahmen im Arbeits- und Gesundheitsschutz (z. B. Hilfsmittel beim Heben schwerer Sendungen, moderne Pausen- und Aufenthaltsbereiche), faire Arbeitsvertragsbedingungen sowie regelmĂ€ĂŸige Audits zur Sicherung fairer Rahmenbedingungen.
  • Energie- und ressourceneffiziente Standorte: Logistikimmobilien, Hubs und Verteilzentren bieten erhebliche Potenziale fĂŒr Energieeinsparungen. Der Hebel liegt in der Modernisierung und im energieeffizienten Neubau – etwa durch Photovoltaikanlagen auf HallendĂ€chern zur Eigenstromerzeugung, energieeffiziente Förder- und Sortiertechnik mit intelligenter Standby- und Abschaltsteuerung, LED-Beleuchtung mit PrĂ€senzmeldern sowie energiesparende WĂ€rmepumpen- und BelĂŒftungssysteme.
  • Effiziente Transport- und Netzwerkplanung: Unwirtschaftliche StreckenfĂŒhrungen belasten Umwelt und Betriebsergebnis. Durch den Einsatz moderner IT-Systeme, lernender Algorithmen und dynamischer Routenplanung werden Zustelltouren in Echtzeit optimiert. Ein aufeinander abgestimmtes Haupt- und Zubringernetzwerk stellt sicher, dass FrachtkapazitĂ€ten bestmöglich gebĂŒndelt und die Fahrleistung pro transportiertem Paket auf ein betriebliches Minimum reduziert werden.
  • Ressourcenschonende Verpackungen und Volumenreduktion: Verpackungen schĂŒtzen das Transportgut, binden jedoch wertvolle Rohstoffe. Ziel einer verantwortungsvollen Versandabwicklung ist es, passgenaue Verpackungsformate zu nutzen, um den Transport von ungenutztem Leerraum („Luft im Paket“) zu vermeiden. Gleichzeitig gewinnen Recyclingmaterialien, recyclingfĂ€hige Einstofflösungen und zirkulĂ€re Mehrwegsysteme an Relevanz, um PrimĂ€rressourcen zu schonen.
  • Vermeidung unnötiger Verkehre und Leerfahrten: Jeder nicht gefahrene Kilometer reduziert den Energieverbrauch unmittelbar. Logistiknetzwerke steuern Transporte so, dass Leerfahrten im Fern- und Nahverkehr durch koordiniertes Laderaummanagement und RĂŒckladungen konsequent minimiert werden. Im Zustellbereich verringern flexible Abstellgenehmigungen, alternative Zustellpunkte wie PaketShops und Paketstationen sowie digitale Benachrichtigungen erfolglose Zustellversuche und damit verbundene Zweitanfahrten.
  • EmissionsĂ€rmere Transportmittel und alternative Antriebe: Die Transformation der Fahrzeugflotte erfolgt differenziert nach Einsatzbereich – von batterieelektrischen Fahrzeugen auf der Letzten Meile bis zu alternativen Kraftstoffen im Schwerlasttransport.
  • Effizientes und gebĂŒndeltes Retourenmanagement: Retouren erzeugen zusĂ€tzliche Transportwege und UmschlagaufwĂ€nde. Ein durchdachtes Retourenmanagement zielt darauf ab, RĂŒcksendungen durch prĂ€zise Produktbeschreibungen und Vorabinformationen bereits vor dem Kauf zu minimieren. Entstehende RĂŒcksendungen werden konsolidiert und ĂŒber bestehende Zustellrouten gebĂŒndelt zurĂŒckgefĂŒhrt, anstatt unkoordinierte Einzeltransporte zu generieren.


GLS GeschÀftskunde werden!

Sie suchen einen Logistikpartner, der Ihre Versandanforderungen mit einem verantwortungsvollen Blick auf Mensch und Umwelt erfĂŒllt? Dann werden Sie GeschĂ€ftskunde bei GLS! Wir setzen auf konkrete, physische Maßnahmen im eigenen Netzwerk: den Ausbau der betrieblichen Ladeinfrastruktur, die schrittweise Elektrifizierung von Zustellflotten, energieoptimierte Depotstandorte sowie intelligente Tourenoptimierung. Dazu erhalten Sie individuelle Versandlösungen, die sich an Ihren Anforderungen orientieren – national und europaweit. Als GeschĂ€ftskunde profitieren Sie außerdem von transparenten Versandlösungen, digitalen Schnittstellen und standardisierten Reportings, mit denen Sie Ihren Versand Schritt fĂŒr Schritt effizienter und ressourcenschonender aufstellen.

Mehr zum umweltbewussten Versand


 

Ihre aktuellen Einstellungen

Ändern Sie einfach die entsprechenden Basics und lassen Sie sich die aktualisierten Vorteile & Services anzeigen:

Ihr GLS-Paketkonfigurator

Einfach die Basics eingeben und nach 4 Schritten direkt Ihre Vorteile & Services zu Ihrem GeschÀftsmodell anzeigen lassen: